Diese Bauanleitung soll Ihnen als Hilfe bei einem Nachbau meiner Kisten dienen. Sie soll Sie in die Lage versetzen, meine Arbeitsschritte nachzuvollziehen. Ändern Sie sie einfach nach Ihrem Belieben und Ihren Bedürfnissen ab.
Als Ergänzung zu dieser Anleitung benötigen Sie den Bauplan und die Materialliste, die Sie im Download-Bereich finden können. Am Besten prüfen Sie die Materialien noch mal kurz auf ihre Plausibilität, damit Sie keinen Irrtümern zum Opfer fallen, denen ich bei der Rekonstruktion der ursprünglichen Vorlagen unterlegen sein könnte. Falls Sie dabei einen Fehler entdecken, würde ich mich sehr über eine kurze Benachrichtigung freuen. Alle potentiellen Nachbauer werden es Ihnen ebenfalls danken.
Zunächst eine Übersicht über die Bearbeitungsschritte:
Als erstes müssen natürlich die Materialien besorgt werden. Dafür verweise ich einfach mal auf die Materialliste im Download-Bereich. Daraus sollte alles ersichtlich sein. An Werkzeugen benötigen Sie: Schwingschleifer (oder Schmirgelpapier, falls Sie ausreichend Geduld haben), Schraubzwingen, Pinsel. Wahrscheinlich außerdem noch eine Stichsäge. Es ist zwar äußert empfehlenswert, das Holz bereits zugeschnitten zu kaufen. Das spart nicht nur Zeit, sondern nutzt auch die i.d.R. besseren Möglichkeiten des Baumarktes. Aber zumeist werden Sie nicht alle Kantenlängen zuschneiden lassen können, da alle Baumärkte, die ich kenne, Mindestlängen zwischen 10cm und 15cm haben. Manche schneiden auch schmälere Stücke, berechnen dann aber 10cm Breite. Zumeist werden Sie also nicht um einige eigene Schnitte herumkommen. Zuschneidepläne dafür habe ich nicht im Angebot, Sie müssten einfach die kleineren Stücke zusammenhängend kaufen.
Um ein schönes, glattes Ergebnis zu erzielen, sollten die feinen
Unebenheiten, die in jedem Holz sind, beseitigt werden.
Dazu das jeweilige Holzstück von allen Seiten schmirgeln. Das geht von Hand
mit einem Stück Schmirgelpapier, das am besten um ein handgerechtes Holzstück
gelegt wird, oder mit einem Schwing- oder Dreiecks-Schleifgerät und feinem
Schleifpapier (180er, besser noch 240er Schrotung). Bei den Ecken und Kanten
muss man dann allerdings aufpassen, dass sie nicht zu rund werden, schließlich
sollen sie ja noch geleimt werden.
Diese Phase (man kann sie sich auf die jeweils benötigten Holzstücke
aufteilen) ist auch schon die langwierigste und zugegebenermaßen die
langweiligste Phase. Für ein gutes Ergebnis allerdings unverzichtbar.
Dann kann es auch schon an den Zusammenbau gehen. Ich habe die komplette
Kiste geleimt. Aus heutiger Sicht empfehle ich schnelltrocknenden Leim. Der ist
zwar etwas teurer, aber man hat keine langen Wartezeiten.
Nach dem Auftragen des Leims müssen die Teile aneinandergefügt und
zusammengepresst werden. Dazu Schrauzwingen verwenden. Aber Achtung: Das
Pappelholz ist sehr weich. Zwischen Schraubzwinge und Holz daher ein größeres
Holzstück legen, so dass sich die Zwinge nicht in das Holz der Kiste drückt.
Zunächst einmal die äußere Kistenform herstellen: Den Boden in (nicht
unter) die Seitenwände und die Rückwand leimen.
Zur Klarstellung: Vorne ist bei mir dort, wo man in die Kiste
hineinschauen kann, wenn man sie öffnet.
Damit ist das Grundgerüst fertig. Die Vorderseite bleibt zunächst einmal
offen.
Es folgt der Einsatz des doppelten Bodens. Beim Einsetzen des
doppelten Bodens kann man den richtigen Abstand am besten dadurch
gewährleisten, dass vorher Bretter in der richtigen Stärke knapp neben den
Seiten gestapelt werden. Nicht zu nahe dran, sonst kriegen sie evt. Leim ab.
Nicht zu weit weg, sonst kann sich der Boden trotzdem wölben.
Auf den Zwischenboden die Trennwände anbringen. Zunächst die beiden
langen, parallel zu den Seiten verlaufenden Trennwände. In diese dann die
Querwände einkleben.
Die Fächer für die Würfel und Spielfiguren werden mit einer
Klappe versehen. Dazu Scharniere an die entsprechenden Wände kleben (mit
2-Komponenten-Kleber geht es ganz gut) und dann an die jeweilige Klappe.
Jetzt fehlen noch der Deckel und die vordere Klappe. Ich habe die
Scharniere von vorne und unten bzw. von hinten und oben aufgeklebt. Durch
Verschlüsse lassen sich Deckel und Klappe an der Vorderseite miteinander
verbinden.
Unter die Kiste noch Leisten leimen, die noch mit einem Stück Filz beklebt
werden können. Das steigert den Bedienungskomfort (die Klappe geht sonst
nämlich nicht auf) und schont - besonders mit dem Filz - die Möbel.
Damit ist die Kiste schon fertig.
Die Punkteübersicht besteht aus einem halbrunden Stück Holz, in
das die Skalen hineingebohrt worden sind (siehe Photo). Die Markierungen sind
runde Hölzer aus dem Baumarkt, die lackiert wurden.
Die Skalen auf der Übersicht markieren von links nach rechts:
Siegpunkte (äußere Skala), Turnierpunkte, Stärkepunkte (innere Skalen)
und Handelspunkte (äußere Skala).
Die Übersicht steht auf zwei eingeschnittenen trapezförmigen
Holzstückchen, die in entsprechende Kerben gesteckt werden. Sie werden
nicht angeleimt, damit man den Ständer noch im doppelten Boden lagern kann.
Zum Bemalen habe ich ganz ordinäre Tusche genommen. Die Schriftzüge und
Motive können mit Kohlepapier von einem entsprechend großen Ausdruck übertragen
werden.
Bei der Punkteübersicht sind die jeweiligen "runden" Felder markiert, also alle,
die durch 5 teilbar sind (die Siegpunktskala fängt mit zwei Punkten an, weil man
die immer hat). Die Markierung ist nach dem Lackieren mit weißem Edding
aufgetragen worden.
Die Symbole für die Skalen sind wie folgt gearbeitet: Zunächst Symbole
einscannen oder herunterladen (z.B. aus meinem Download-Bereich). Dann entsprechend
aufarbeiten, so dass nur noch die Symbole als Bilddatei vorliegen. Auf ein Stück
Druckerpapier die oberste Lage eines Papiertaschentuches (die einzelnen Lagen
auseinandernehmen) mit Tesafilm aufkleben. Dann die Symbole auf das Taschentuch
drucken. Anschließend ausschneiden und mit Serviettenlack auf die Übersicht
kleben.
Die Lackierung ist der Abschluss der Arbeiten. Die erste Schicht kann
aus mit Terpentiersatz verdünntem Lack bestehen (1 Teil Terpentinersatz auf 10
Teile Lack). Danach sollten noch 2 bis 3 Schichten Lack aufgetragen werden - auf
die Kiste von außen und von innen, in die Aufnahmen für die Schubladen, in und
auf und um die Schubladen und den Kartenständer - also überall.
Die Lackierung ist erst dann gut und damit ein dauerhafter Schutz, wenn
sie sich glatt anfühlt. Nach dem Trocknen jeder Lackschicht und vor dem
Überziehen der nächsten also prüfen. Sind noch Unebenheiten, Holzsplitter oder
ähnliches, diese vor dem Auftragen der nächsten Lackschicht vorsichtig mit
Schmirgelpapier (von Hand!) entfernen.
Im Download-Bereich können Sie sich diese Anleitung im pdf-Format herunterladen.